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Urbanismus

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Kontext, Definition, Zielsetzung und Verfahren.

Differdinge, Stadt der Möglichkeiten

Die Stadtentwicklung

Die Stadtentwicklung ist ein kontinuierlicher Entwicklungsprozess. Die Entwicklungsstrategie definiert die Handlungs- und Interventionsbereiche für die Politik und dient gleichzeitig als Instrument zum Abgleichen und Festlegen zukünftiger Planungen umso langfristig die Lebensqualität unserer Stadt zu verbessern und abzusichern. Die Stadtentwicklungsplanung berücksichtigt wirtschaftliche, soziokulturelle und ökologische Bedürfnisse. Sie schafft Perspektiven und Voraussetzungen für Investoren und wirtschaftliche Unternehmen zur Schaffung von Arbeitsplätzen, um somit ein langfristiges Wirtschaftswachstum abzusichern.

Hauptziel der nachhaltigen Stadtentwicklung ist die Identifizierung von Entwicklungspotenzialen bei gleichzeitiger Entwicklung von Konzepten für die Nutzung erneuerbarer Energien, ressourcenschonender Siedlungsstrukturen, Klimaschutz und Flächeneffizienz.

Vom Dorf zur Stadt

Mit dem Beginn der industriellen Revolution im 18. Jahrhunderts erlebte Differdingen seit 1830 den Wandel vom handwerklichen zum industriellen Bergbau. Im Zuge der Industrialisierung wurden im Jahr 1896 die ersten zwei Hochöfen in Differdingen von der HADIR  „Société Anonyme des Hauts-Fourneaux de Differdange“ errichtet.

Am 4. August 1907 erhielt Differdingen offiziell den Titel der Stadt von Großherzog Wilhelm IV. von Luxemburg. Die Stadt ist stark durch ihre Industriegeschichte geprägt. Die Stahlindustrie war lange die Wirtschafts- und Wachstumslokomotive Luxemburgs. Seit dem Zusammenschluss mit ArcelorMittal (früher ARBED) im Jahr 2006 hat ArcelorMittal, der weltweit führende Stahlproduzent, stets am Standort Differdingen festgehalten. Bis heute betreibt ArcelorMittal (ARBED) noch immer mehrere Produktionsstandorte in Luxemburg.

Die Gemeinde Differdingen setzt sich aus den Ortschaften, Lasauvage, Oberkorn, Niederkorn sowie Differdingen-Fousbann zusammen. Diese sind eingebettet ins malerische Tal der Chiers, umgeben von einer spezifischen Landschaft. Während des industriellen Aufschwungs wuchs die Bevölkerung von knapp 4.000 Einwohnern im Jahr 1890 auf fast 18.000 im Jahr 1930. Seitdem bewegte sich die Population stets zwischen 16.000-18.000 Einwohner. Seit einigen Jahren erlebt die Stadt wieder ein starkes Wachstum mit einer Bevölkerungsentwicklung von heute +25.000 Einwohnern.

Differdingen 2030

Von der  „Stadt des Eisens“  zum Zentrum der Kreativwirtschaft!

Bedingt durch die Industrialisierung und die Entwicklung der Hüttenindustrie im 20. Jahrhundert entwickelte sich Differdingen schnell zu einer modernen und lebendigen Stadt. Nach Jahren einer wirtschaftlichen Rezession infolge der Stahlkrise präsentiert sich Differdingen heute als dynamische und aktive Stadt. In den letzten Jahren konnten bereits viele Projekte geplant und umgesetzt werden. Diese Projekte betreffen hauptsächlich die Bereiche Kreativwirtschaft, Stadtplanung, Bildung, Soziales, Umwelt, Kultur, Handel, Freizeit und Tourismus.

Mit der Ausarbeitung des neuen allgemeinen Bebauungsplans (PAG) schafft die Stadt die Voraussetzungen um besser auf die Bedürfnisse und Herausforderungen der „Stadt von morgen“  antworten zu können. Dieses Dokument definiert die Grundlagen für eine nachhaltige und zukunftsfähige Stadt, um somit ihren Bürgern und Besuchern alle Einrichtungen und Annehmlichkeiten einer dynamischen und fortschrittlichen Metropole in einer sich verändernden Region mit hoher Lebensqualität zu bieten.

Der Flächennutzungsplan

Für jede Gemeinde besteht ein allgemeiner Bebauungsplan (PAG). Er umfasst eine Reihe von Vorgaben in grafischer und schriftlicher Form, die folgende Elemente gewährleisten sollen: die rationelle Bodennutzung; die homogene Entwicklung der städtischen Struktur; die Wahrung des kulturellen Erbes und den Schutz der natürlichen Umwelt; die öffentliche Sicherheit & Sauberkeit; die Verbesserung der Lebensqualität; die rationelle Energienutzung. Zu diesem Zweck deckt der PAG das gesamte Gebiet der Stadt ab. Durch den allgemeinen Bebauungsplan wird das Stadtgebiet in verschiedene Zonen aufgeteilt und die Zweckbestimmung sowie die Nutzung darin festgelegt. Der Gemeinderat beschließt auf der Grundlage eines allgemeinen Bebauungsprojekts und einer Vorstudie, ob ein PAG geändert werden muss. Natürliche oder juristische Personen, die beabsichtigen, ein Grundstück oder ein Gebäude nach dem Erwerb oder der Nutzungsänderung zu gestalten, können sich mit der Stadt in Verbindung setzen um einen Antrag auf Änderung eines PAG oder einen Antrag auf einen Teilbebauungsplan (PAP) zu stellen. Eine Änderung des PAG wird erforderlich, wenn das vorgesehene Projekt im Bereich der Raumplanung oder der Bauvorschriften der betreffenden Gemeinde nicht dem aktuellen PAG oder PAP entspricht. Der allgemeine Bebauungsplan wird mindestens alle 6 Jahre auf Basis eines Berichtes und durch Beschluss des Gemeinderates aktualisiert und angepasst.

Der allgemeine Flächennutzungsplan (PAG) beinhaltet einen graphischen Teil und einen schriftlichen Teil.

Der schriftliche Teil definiert die verschiedenen Bereiche, welche im Flächennutzungsplan grafisch dargestellt und festgehalten sind. Durch diese Informationen wird festgelegt, wie und in welchem Nutzungsgrad Grundstücke genutzt und beplant werden dürfen.
Der grafische Teil des allgemeinen Flächennutzungsplans stellt die Grundzüge der räumlichen Entwicklung für die Gesamtstadt dar, in dem verschiedenen Zonen und Entwicklungsbereiche grafisch dargestellt werden.
Der Leitplan legt die Entwicklungsoptionen für den Flächenbestand aller Gebiete fest, die in die Raumplanung mit einbezogen werden sollen.

Der Teilbebauungsplan (PAP)

In Teilbebauungsplänen (PAP) sind die Details und Merkmale jedes Gebietes des allgemeinen Bebauungsplans (PAG) einer Gemeinde ausgewiesen (mit Ausnahme der Grünzonen, der Grundstücke welche Gegenstand eines allgemeinen Bebauungsplans usw. sind). Die PAP‘s sind dem PAG untergeordnet und unterliegen den kommunalen Bauvorschriften.

Sie werden vom Gemeinderat und vom Innenminister genehmigt. Nur die Gemeinde kann einen PAP für ein bestehendes Gebiet beantragen oder ändern, d.h. eine städtische Zone bei der die Hälfte der Parzellen bebaut ist und wobei das Grundstück ganz erschlossen ist.

Eine Änderung eines PAP ist in den folgenden Fällen erforderlich:

  • Zweckänderung eines Standortes
  • Erschließung von Grundstücken, die als Planungszonen/Bauerwartungsland eingestuft sind
  • Aufteilung mehrerer Grundstücksparzellen, sowie für jedes Bebauungsprojekt:
  • das nicht dem bestehenden PAG / PAP
  • das nicht den kommunalen Bauvorschriften entspricht
 

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